Battlestar Galactica: Interview mit Mary McDonnellMary McDonnell ist bekannt geworden durch Ihre Rollen als First Lady in "Independence Day", Problemkind-Mutter in "Donnie Darko", Ärztin in "Emergency Room" und nicht zuletzt durch ihre Darstellung der Indianerin "Stand With A Fist" im Costner-Epos "Der mit dem Wolf tanzt". Die "Galactica"-Zuschauer sehen in der zweifach "Oscar"-nominierten McDonnell aber vor allem die Präsidentin der Zwölf Kolonien, Laura Roslin. AOL-Television sprach mit der vielseitigen Schauspielerin über ihre Rolle, Conventions und Roslins Frisur.
AOL: "In welchen Bahnen denkt Laura Roslin, was treibt sie an?"
Mary McDonnell: "Ich denke, der Kern dieses Charakters ist es, dass sie in eine Situation gerutscht ist, in der sie der menschlichen Rasse beim Überleben helfen muss. Sie erkennt, was das Schicksal ihr aufgedrängt hat. Irgendwann entwickelt sich Beziehungen und sie entdeckt in sich die Fähigkeit, ihre Macht zu kontrollieren. Es war eine sehr interessante innere Reise. Sie wollte niemals diese Position, die sie hat."
AOL: "Können Sie uns ein paar von den Problemen erzählen, die die Darstellung einer Frau an der Macht mit sich bringt?"
McDonnell: "Die meisten Probleme entstehen durch die Position an sich, nicht deshalb, dass sie eine Frau ist. Es geht darum zu verstehen, was es einem abverlangt, Entscheidungen über Leben und Tod anderer Leute treffen zu müssen. Es handelt davon zu erkennen, was sich in einem verändert, wenn man die Ermordung eines Menschen anordnet, oder eine Kreatur aus der Luftschleuse werfen lässt, um damit das Überleben der Menschheit zu sichern. Man verschließt sich innerlich. Wenn man das nicht macht ist es unmöglich, solche Entscheidungen zu treffen. Sie verursachen so viel Schmerz, den man nicht überleben würde."
AOL: "Was hat Sie dazu bewogen, die Rolle anzunehmen?"
McDonnell: "Die komplette Geschichte. Ich fühlte mich dem Script zur Miniserie hingezogen, auch wenn ich das anfangs nie gedacht hätte. Ich sagte, 'Was? Ich und 'Battlestar Galactica'? Das ergibt doch keinen Sinn'. Aber es ist eine superbe Rolle, eben eine Frau mittleren Alters, die sich um alles kümmert. Und sie hat Brustkrebs, die schlimmste weibliche Epidemie. Sie ist sehr einsam. Im Anfang ab es große Machtkämpfe mit dem Militär, und sie musste herausfinden, wann und wo sie zurückstecken muss, damit nicht die Hölle losbricht und nichts zustande kommt."
AOL: "Bestehen Chancen auf eine Romanze für Roslin?"
McDonnell: "Ich glaube, wenn sie ihr Herz für jemanden öffnet, dann endet das in einem Desaster. Das Risiko ist einfach zu groß, bedenkt man ihre Lebensumstände. Sie ist eine Frau die die Kontrolle behalten muss, und in einer Romanze geht die Kontrolle verloren."
AOL: "Was wird diese Staffel noch passieren?"
McDonnell: "Ich möchte hier nichts verraten, aber es wird Veränderungen an Bord geben und sie muss Intelligent sein, um ihre anvertraute Position zu behalten. Es werden einige interessante und radikale Sachen passieren. Nach den 20 Folgen dieses Jahres sagten wir uns alle, 'Wie kommen wir da nur wieder heraus?'. Die Darsteller können den Beginn der dritten Stafel gar nicht mehr abwarten. Es wird phantastisch. Wir fragen ständig, 'Wo führt das hin?', aber Ron Moore setzt immer noch einen drauf."
AOL: "Was sind die Vor- und Nachteile, wenn man an einer Fernsehserie arbeitet?"
McDonnell: Ich denke sowohl Film als auch Fernsehen bieten einem wundervolle Dinge. Ich habe viel für das Fernsehen gearbeitet und bin die hohe Produktionsgeschwindigkeit gewohnt. Das hat eine gewisse Schneidigkeit, finde ich. Die Drehgeschwindigkeit in dieser Show ist verblüffend und raubt uns den Atem. In einer solchen Geschwindigkeit zu arbeiten unterstützt die Show, denn sie bringt das Beste in den Schauspielern zum Vorschein."
AOL: "Waren Sie vor ihrer Arbeit an der Show Fan von Science Fiction?"
McDonnell: "Nein, aber das Metaphysiche hat mich schon immer angezogen. Es gibt Randgebiete der Wissenschaft, und die fand ich in dem Script. Eine Art Mischung aus Spirituellem, Wissenschaftlichem und Menschlichem. Von diesen drei Sachen war ich immer fasziniert. Aber Science Fiction habe ich nie wirklich gesehen. Während die Originalserie lief lebte ich ein gewöhnliches Leben in New York und habe am Theater gespielt. Ich besaß nicht mal einen Fernseher. Ich habe von 'Kampfstern Galactica' gehört, aber gesehen habe ich es nie. Es war außerhalb meines Radars."
AOL: "Waren Sie schon auf einer Science Fiction Convention?"
McDonnell: "Ja, auf einer Hand voll. Die Menschen, die ich dort getroffen habe und die Diskussionen über die Serie haben mich angenehm überascht. Es wikt manchmal wie auf einem Seminar. Unsere Show ist auch ein wenig anders, weil wir alle Menschen sind. Wir teilen alle die gleiche DNS, und die Erde ist Teil unserer Geschiche. Die Leute sehen in uns nichts exotisches, sondern können sich in uns hineinversetzten. Ich glaube, wir sprechen einen anderen Typ von Fan an. Es ist ein menschliches Drama im Weltraum, und die Außerirdischen sehen aus wie wir."
AOL: "Haben Sie sich die Folgen noch mal auf DVD angeschaut?"
McDonnell: "Nein. Ich schau es aus professioneller Sicht um zu sehen, was sich verbessern lässt oder Sachen zu entdecken, über die ich mit den Produzenten sprechen möchte. Ich verbringe wenig Zeit damit, mir die Sendung anzuschauen. Ich befürchte, wenn ich mich zu sehr in die Serie reinversetzte, verliere ich meine Unschuld als Darstellerin. Ich möchte nicht, dass Laura von meinem Ego beeinflusst wird. Mein Ego ist viel aktiver als das von Laura. Sie ist als Person viel purer, hingebungsvoller, aufgeschlossener und rücksichtsloser und hat ein Ziel im Auge. Sie interessiert sich nicht für ihr eigenes Wohlbefinden, ich aber schon. Das soll meine Darstellung nicht beeinflussen. Es ist besser, wenn ich mir die Sendung nicht zu oft anschaue, denn dann würde ich nur sagen, 'Ich brauche dringend neue Klamotten und was ist das für ein Haarschnitt?'. Wenn sie dann anfängt in einen Schönheitssalon zu gehen, dann würde ich denken, 'Ich dachte, du hilfst dieser Rasse zu überleben?'. Laura ist wesentlich reifer als ich es bin."
Quellen:
- des engl. Originals: http://television.aol.com/news/tv_tattler_celebrity_interviews/mary_mcdonnell
- der. dt. Übersetzung:
http://www.caprica-city.de/index.php?pn_go=details&id=0000077
An dieser Stelle danken wir René Kissien von http://www.caprica-city.de/ für die Übersetzung und für die zur Verfügung Stellung für unsere Site.
Interview 2. Quelle auch hier: Caprica CityMary McDonnell im Interview mit SciFi.com
von Marion Rauhut (Caprica) | 15.10.2006. 10:26
Eine Woche ist es nun her, dass die ersten beiden Folgen der dritten Staffel von "Battlestar Galactica" zu sehen waren. Kurz zuvor nahm sich SciFi.com die Zeit, mit einigen Mitgliedern des Casts noch kurze Interviews zu führen. Unter Anderem auch mit Mary McDonnell.
Die Schauspielerin, die in der Serie Präsidentin Laura Roslin spielt, erzählt, warum sie glaubt, dass "Battlestar Galactica" so erfolgreich ist, wie sehr ihr die Zusammenarbeit mit den anderen Mitglieder der Cast und Crew gefällt und ob es ihr schwer fiel, sich an die schnellen Kamerafahrten zu gewöhnen.
Lesen Sie hier die Übersetzung des Interviews oder werfen Sie einen Blick auf die bereits hier veröffentlichen Interviews mit Edward James Olmos und Jamie Bamber.
Weiterführender Text:
SciFi: Mary McDonnell, zu Beginn dieser Staffel ist Laura Roslin in eine alte Position zurückgekehrt - sie unterrichtet wieder. Der Weg, der sie in der letzten Staffel dorthin geführt hat, war ziemlich turbulent.
McDonnell: Nun, ich finde das witzig. Ich hatte das Gefühl, dass das Ende der zweiten Staffel, die letzten beiden Folgen, Nummer 19 und 20, auch das Ende eines sehr langen Handlungsstranges waren. Zumindest eines Handlungsstranges für meinen Charakter, der Geschichte darüber, wie sie die Rolle der Präsidentin komplett auszufüllen gelernt hat. Es brauchte eine Situation, in der die Gefahr bestand, dass sie ihre Position als Präsidentin verliert und bereit ist, zu versuchen, sie sich zum Schutz der Flotte zu stehlen, um mir wirklich näher zu bringen, woraus diese Frau gemacht ist. Ich habe ihre Kraft und ihre Courage in diesen Folgen sehr bewundert - so sehr war sie darum bemüht, das Überleben der Flotte zu sichern, dass ihre persönlichen, liberalen Moralvorstellungen und Ideale nicht mehr länger wichtiger waren als das, was sie brauchte, um die Sicherheit ihrer Leute zu gewährleisten. Als ich das erkannte und ich diese Gefühle in ihr bemerkte, da dachte ich: "Weißt du was? Sie hat es endlich geschafft." Ich habe das Gefühl, diese Erfahrung hat sie verändert.
SciFi: Hatten Sie, während sie die Miniserie gedreht haben, das Gefühl, dass "Battlestar Galactica" so erfolgreich werden würde, wie es mittlerweile ist?
McDonnell: Ich wusste, dass die Möglichkeit und auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit bestand, dass aus der Miniserie eine Serie werden könnte, denn ich hatte das Gefühl, das Drehbuch barg in sich noch eine Menge Geschichten, die erzählt werden wollten. Ich meine, ich glaubte, dass wir einen perfekten Start hingelegt hatten. Lassen Sie mich zurückdenken. Ich habe mich mit David Eick, Ron Moore und Michael Rymer getroffen; mit allen drei auf einmal - denn ich glaubte, wenn das hier wirklich zu einer Serie wird, dann wäre es für mich sehr wichtig zu wissen, dass ich mit Leuten zusammen arbeite, die ähnlich fühlen wie ich. Also traf ich mich mit diesen drei Herren, und ich war wirklich beeindruckt von ihrem Talent und ihrem Blick für die Zukunft, und was das für Menschen waren. Sie waren lustig, und sehr intelligent und sehr politisch. Und ich dachte, "wenn diese drei Leute uns anführen, dann hat die Serie alles Potential der Welt." Und dann kam natürlich auch noch Eddie Olmos dazu. Es hätte mich wirklich sehr schockiert, wäre keine Serie daraus geworden.
Es schien einfach so, als würde es zwischen den Leuten, die mit dem Projekt zu tun hatten, eine phänomenale Synergie geben. Und wenn man diese Synergie am Set dabei hat, dann merkt man einfach auch das Potential, das damit zusammenhängt. Man kann das nicht auf ein Patentrezept zurückführen. Man weiß nicht, welche Fernsehserien ein Hit werden und welche nicht. Aber wir hatten das Gefühl, wir sind mit etwas beschäftigt, das sich in den Herzen und dem Verstand der Leute einnisten wird, in ihrer Kultur, mitten im Zentrum dessen, wo es sich einnisten muss. Man konnte fühlen, dass die Serie die Art von Geschichte erzählt, die die Menschen hören wollten.
SciFi: "Battlestar Galactica" hat sich in eine Allegorie für die Welt entwickelt, in der wir heute leben, in der die Menschheit um sich selbst kämpft.
McDonnell: Wir versuchen sehr, sehr angestrengt, unser Leben zu sichern. Und doch, was von den Charakteren und den Geschehnissen in der Serie verlangt wird ist zu zeigen, dass es ein Bewusstsein gibt, das nicht wirklich greifbar ist. Und dass dieses Bewusstsein uns am Ende vielleicht retten wird. Dieses Gefühl hat man, wenn man mittendrin ist. Es ist ganz offensichtlich, dass hier noch etwas anderes passiert, auf einer anderen Ebene.
SciFi: Da das Format, in dem wir die Serie sehen, ähnlich dem Stil einer Dokumentation ist, unterschiedet sich die Art und Weise, wie die Serie gedreht wird, von der Norm. Haben die irritierenden, vielen Bewegungen der Kamera während des Drehs einen Einfluss auf Sie?
McDonnell: Am Anfang hatten sie das, ja. Man musste sich an vieles erst mal gewöhnen, denn die Kameramänner standen ja direkt neben einem. Oder sie sind direkt vor deinem Gesicht, oder hier drüben, und man weiß nie, wo sie gerade waren und sie laufen über das ganze Set. Und es ist schwierig, sich daran zu gewöhnen; das und die Tatsache, dass das hoch auflösende Aufnahmen sind, was das Ganze ein wenig anders macht. Sie wissen schon, der Regisseur ist nicht am Set sondern sitzt vor einer Reihe Bildschirme, beobachtet alles, im Gegensatz zu einem Regisseur, der direkt am Set ist, der in deiner Nähe ist. Und als Schauspieler musste man sich daran erst mal gewöhnen. Im Laufe der Staffel haben Sie die konstante Bewegung der Kamera ein wenig eingeschränkt. Dadurch fühlt es sich jetzt ein wenig beständiger an. Aber am Annfang war das genauso verwirrend wie die Geschichte von "Battlestar Galactica", so dass man wirklich ein bisschen das Gefühl bekam, losgelöst zu sein. In dieser Situation war das also eine sehr nützliche Herangehensweise.